Bank- und KapitalmarktrechtSchwerpunkt der Kanzlei

Die Materie des Bankrechts bestimmt sich aus Regelungen des bürgerlichen Rechts, des Handelsrechts und aus diversen spezialgesetzlichen Vorschriften mit wirtschaftsverwaltendem Hintergrund, wie insbesondere dem Kreditwesengesetz (KWG). Das Kapitalmarktrecht hingegen umfasst alle Normen und Grundsätze, die die Emission und den Handel mit fungiblen Anlageinstrumenten regeln und sowohl den Individualschutz der Kapitalanleger als auch den Funktionsschutz des Kapitalmarkts und der Wirtschaft zum Ziel haben. Es ist also eine Disziplin, die Rechtsgebiete wie Aktienrecht, Wertpapierecht und Börsenrecht übergreifend in einen Zusammenhang stellt.

Gegenstand der anwaltlichen Tätigkeit ist insbesondere aber auch der sogenannte „Graue Kapitalmarkt“. Ein typisches Instrument dieses Finanzmarktes ist beispielsweise die Unternehmensbeteiligung (wie u.a. bei Schiffsfonds, Immobilienfonds, Flugzeugfonds, Solarfonds etc.). Dieser Markt unterliegt nur sehr eingeschränkt der staatlichen Finanzaufsicht und den Regulierungen, weshalb hier seitens der Banken verschiedenartige Vertriebswege eingeschlagen wurden, um diese hochprovisionierten Produkten mit Nachdruck zu verkaufen. Vor allem die Vertriebsstrukturen der Deutschen Postbank AG (Postbank Finanzberatung AG), der Deutschen Bank AG (Privat- und Geschäftskunden AG), der Commerzbank (comdirect private finance AG) und auch der Sparkassen haben dazu geführt, dass etliche Anleger spekulative geschlossene Beteiligungen vermittelt wurden, obgleich sie ihr Geld sicher anlegen wollten. Das Ergebnis ist nicht selten der gesamte Verlust des investierten Vermögens.

Kapitalanlagen werden zunehmend komplexer und undurchsichtiger. Genau dies führt dazu, dass Banken aus Provisionsinteresse häufig dazu neigen, dem Anleger auch für ihn ungeeignete Produkte zu empfehlen. Denn die Anleger haben in den weitaus meisten Fällen schlicht keine Ahnung, wie sie ihr Vermögen gut und sinnvoll anlegen können. Genau aus diesem Grund vertrauen Sie dem Rat von (vermeintlich redlichen) Experten. In Beratungsgesprächen herrscht aufgrund der Komplexität der vorgeschlagenen Produkte naturgemäß ein erheblicher Wissensvorsprung auf Seiten der beratenden Bank. Kurzum: Dem Anleger wird ohne große Mühe ein X für ein U vorgemacht!

Dieses strukturelle Ungleichgewicht gilt es im Nachhinein durch einen spezialisierten Anwalt auszugleichen. Um also etwaige Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung, Prospekthaftung, Betrug oder Sittenwidrigkeit geltend zu machen, sollten Anleger sich sofort anwaltlich beraten lassen, nachdem ihnen Unregelmäßigkeiten bei ihrem Investment aufgefallen sind.

Der seriöse Anstrich der deutschen als auch der weltweiten Banken ist in den vergangenen Jahren stark verblasst. Durch rücksichtloses Gewinnstreben aufgrund immer höherer Provisionen haben Banken und Finanzdienstleister viele ahnungslose Kapitalanleger stark geschädigt. Alleine in Deutschland erleiden Anleger jedes Jahr Milliardenverluste bei Kapitalanlagegeschäften. Vor allem geschlossene Fonds, wie z.B. Schifffonds, Immobilienfonds, Medienfonds und Solarfonds haben viele Anleger um einen Großteil ihres Vermögens gebracht. Aber auch Aktienfonds und andere Wertpapiere haben zu hohen Verlusten bei den Anlegern geführt. Bewusste Falschberatungen, fehlende Kostentransparenz, mangelnde Produktkenntnisse der Bankberater und schwer nachvollziehbare Verkaufsprospekte führen dazu, dass Anleger nicht auf Augenhöhe und nicht anhand deren Anlageziele beraten, sondern vielmehr übervorteilt werden – sie sind schlichtweg dem Wissensvorsprung der Banken ausgeliefert. Fehlende gesetzliche Regelungen haben dazu geführt, dass Banken im vertrieblichen Bereich zu viel Spielraum hatten, der über Jahre hinweg nur durch anwaltliche Arbeit und folglich durch die Rechtsprechung eingeengt wurde. Nunmehr endlich versucht auch der europäische und der deutsche Gesetzgeber die Banken strenger zu reglementieren. Ob dies tatsächlich die Anleger schützen wird, bleibt abzuwarten.

Den Schaden, der vor Jahren durch Falschberatung entstanden ist, bemerken Anleger allerdings meist erst jetzt. Sie sind dann auf unabhängigen und kompetenten Rat angewiesen, um den erlittenen Schaden nach Möglichkeit wieder rückgängig zu machen. Diese Aufgabe hat sich REIMER | Wirtschaftskanzlei zum Ziel gemacht. Aufgrund der vertieften Kenntnis über die bankenseitigen Vertriebsstrukturen, der täglich Auseinandersetzung mit Falschberatungen und mit fehlgeschlagenen Kapitalanlagen sind wir in der Lage, betroffene Anleger kompetent zu beraten. Anhand jedes Einzelfalls wird die Anlageberatung und die Tragfähigkeit der Anlage unter Berücksichtigung der Anlageziele geprüft. Sofern ein Anspruch auf Schadensersatz besteht, wird unter Berücksichtigung des Prozessrisikos abgewogen, ob dieser erfolgreich außergerichtlich und auch vor Gericht durchgesetzt werden kann. Denn „gutes Geld dem schlechten hinterherwerfen“ sollte man nur, wenn es sich am Ende auszahlt. Die Erfahrung zeigt, dass dies weit überwiegend der Fall ist und sich deshalb der Schritt zum Anwalt durchaus lohnt.